Hallo Wiesbaden: "Sozialkaufhaus" , 14. September 2009
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Ausgediente Möbel, alte Bücher, oder aussortiertes Geschirr. Meistens landen solche Dinge entweder im Müll oder vermodern langsam in den Tiefen unserer Keller. Im Wiesbadener Gewerbegebiet Biebrich gibt es seit fast einem Jahr das Sozialkaufhaus "Fast wie neu". Hier können Wiesbadener Bürger alles abgeben, was ihnen zu Hause eigentlich doch nur noch im Weg herumsteht.
Auf zwei Stockwerken präsentieren sich werden Bücher, Elektrogeräte, Kleidung und Möbel dann preisgünstig wieder verkauft. Das Sozialkaufhaus ist ein Projekt der BauHaus-Werkstätten Wiesbaden und dient in erster Linie als Resozialisierungsprogramm. 40 Mitarbeiter – und damit der Großteil der Beschäftigten- sind so genannte Ein-Euro-Jobber. Acht Stammkräfte (Sozialarbeiter und Fachanleiter) unterstützen die Projektteilnehmer. Sie sollen den Teilnehmern alles vermitteln, was notwendig ist, um später auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können. Im "Fast wie neu" ist jeder Kunde willkommen. Empfänger von Sozialleistungen bekommen jedoch auf alle Waren 25 Prozent Rabatt.
Trotz positiver Resonanz vieler Wiesbadener Bürger, stieß das Projekt "Sozialkaufhaus" nicht überall auf Gegenliebe. Einige Second-Hand-Läden in der Umgebung beklagen eine Wettbewerbsverzerrung durch die subventionierten Ein-Euro-Kräfte. Sie fordern, dass Sozialkaufhäuser nur noch an Sozialhilfeempfänger verkaufen dürfen. Doch das wiederum wäre für das Biebricher Kaufhaus ein Problem, denn das "Fast wie neu" ist auch auf besser verdienende Kunden angewiesen.
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